Sechs Artefakte, die für eine Dorfgemeinschaft in Fantasy-Rollenspielen wichtig sind.
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Mittwochstabelle: 6 Artefakte einer Dorfgemeinschaft

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Ich setze meine inoffizielle Dorf-Reihe für Fantasy-Settings fort. Diesmal geht es um Artefakte, die eine solche Ortsgemeinschaft hat und die für sie von einiger Bedeutung sind. Wie man sich vielleicht denken kann, sind solche Dinge nicht so pompös wie das magische Schwert einer Halbgottheit in einem Tempel mit vergoldeter Pforte. Aber diese Dinge sind trotzdem von Bedeutung für die Leute und ihnen sehr nah, was sie vielleicht sogar zu den interessanteren Objekten macht.

Die Tabelle

W6Artefakt
1Als das Dorf vor Jahrzehntnen in bitterer Not lebte, zog eines Tages ein Knecht Wasser aus dem Brunnen. Zu seiner und aller anderen Überraschung fand er darin nicht nur Wasser, sondern auch eine goldene Münze. Auf der einen Seite steht etwas in einer fremden Schrift, auf der anderen ist das Bild einer unbekannten Göttin. Seitdem ging es mit dem Dorf bergauf und sie litten keine Missernten mehr, außer wenn die Münze jemandem herunterfiel und mit der Schrift nach oben zeigt. Sie wird in einem gläsernen Kasten aufbewahrt, wo die Dorfbewohner sie sehen können, sie aber niemandem mehr herunterfallen kann.
2Dieser Ort ist berühmt für sein Porzellan, dass von hier aus überall hin verschickt wird. Im Zunfthaus der Porzellenmacher:innen liegt jedoch etwas ganz besonderes gebettet auf Samtkissen: es ist ein Porzellanfasan, wie er kunstvoller nicht gearbeitet sein könnte, jedoch Zerbrochen. Dieser wurde ein von der ersten Porzellenmacherin hergestellt, die diese Kunst mit sich brachte und den Wohlstand der Gemeinschaft begründete. Beim Tod der Meisterin zerbrach auch der Fasan. Seitdem hat sich ein seltsamer lokaler Kult um sie gebildet und wer den Fasan neu erschaffen kann, soll die Gemeinde zu hohen Dingen führen können.
3Kommen Reisende hierher wird ihnen sicher das kleine Steinpodest in der Mitte des Marktplatzes auffallen. Dort steht eine schwere Handglocke aus Bronze, die Symbole zu tragen scheint, aber zu sehr mit Grünspan überzogen ist, um diese zu erkennen. Wenn sie vom Wirthaus aus daruf achten, können eventuell eine:n Dorfbewohner:in sehen, die*der Schluchzend über den Platz kommt um sie zu läuten. Trifft man die Person am nächsten Tag, ist sie bester Laune. Fragt man andere danach, was passiert ist, schweigen sie nur betreten. Auch scheint niemand über dieses Artefakt glücklich zu sein.
4Im Wirtshaus hängt ein riesiger Schädel, fast doppelt so groß wie der eines Menschen. Er erinnert erfahrene Jäger sowohl an einen Bären als auch an einen Wolf. Fragt man die Dorfbewohner:innen, erfährt man, dass dieses Monstrum vor ein paar Wintern die örtlichen Herden plagte und Schafe, Ziegen und sogar Kühe riss. So versammelten sich alle der Jagd kundigen und brachten das Wesen in einer dreitägigen Hatz zur Strecke, nicht ohne den Großteil der Hunde dabei zu verlieren. Im Frühjahr wird der Schädel zeremoniell um die Weiden getragen und seitdem gab es kein Problem mit Wölfen mehr.
5Die Knute der aktuelle Herrscher:innen droht dem Dorf ständig. Umso beharrlicher und strenger verbergen die Einheimischen einen alten Schild: Dieser gehörte der vergangenen, viel gütigeren Adelsfamilie dieser Lande. Sie wurden jedoch vor zwei Generationen von ihrem Land vertrieben. Immer in der Hoffnung, sie könnten zurückkommen, bewahrte man den Schild, der das einzige Beispiel des alten Wappens ist, das man noch hat. Sollte eines Tages jemand der alten Familie zurückkehren, hofft man diese Person am Wappen auf dem Schild zu erkennen. Der Besitzt des Schildes gilt als Hochverrat.
6Es gab einmal einen Spieler im Ort, der wahrscheinlich vom Glück gesegnet schien, besonders im Würfeln. Er gewann die meisten Runden im Wirtshaus und aus Besuchen in der Stadt kehrte er mit Taschen voller Silber zurück. Vor seinen Tod verfügte er, man möge aus einem seiner Oberschenkelknochen Würfel schnitzen, damit er auch im Tode sein Lieblingsspiel nicht missen musste. Die Dorfbewohner kamen dieser bizarren Bitte nach und sollten es nicht bereuen. Die Würfel bevorzugen bei Spielen die Hand der Dorfbewohner:innen und Reisende gewinnen selten ein Spiel, das mit den Würfel hinter dem Tresen gespielt wird.

Merkwürdige kleine Dinge

…verbergen die Dörfer entlang des Weges. Jedes dieser Artefakte hat eine starke Bedeutung für die Leute vor Ort, auch wenn sie nicht unbedingt an sich beeindruckend sind. Habt ihr solche Gegenstände bereits in euren Settings verwendet? Und was war das coolste? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!

Ich würde auch gerne wissen, was ihr noch gerne über für Tabellen passend zum Fantasydorf haben möchtet. Wenn genung zusammen ist, werde ich alle Tabellen in einem PDF für euch zusammentragen.

Dieser Blogbeitrag ist Teil des Karnevals der Rollenspielblogs, der diesen Monat von Neue Abenteuer angeleitet wird.

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